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Von Egerland bis Italo-Pop

Das Blasorchester Feucht lud zum Herbstkonzert

 

Aus der "Nürnberger Zeitung" vom 13.11.2015 | Lokalteil


FEUCHT – Fanfaren zu Beginn, damit wurde früher hoher Besuch begrüßt und geehrt. Mit ihren harmonisch ineinander übergehenden und verschmelzenden Klängen begrüßten damit die Musikerinnen und Musiker des Blasorchsters die vielen Gäste in der Reichswaldhalle. „Flourish for Wind Brass“ hieß dieses erste Lied, das der britische Komponist Ralph Vaughan Williams komponierte. Mit ruhigem Tempo und einer lyrisch-melancholischen Melodie wirkt das sehr festlich, königlich-pompös und klingt dabei sehr britisch.

Doch nach dieser Kostprobe legte das Orchester, bildlich gesprochen, den festlichen Frack ab und zog dafür den feschen Janker über. Nach der Begrüßung der Ehrengäste durch Orchesterleiter Matthias Dietz und kurzen  Grußworten von Bürgermeister Konrad Rupprecht und dem stellvertretenden Landrat Norbert Reh stand erst einmal eine ganz andere Blasmusikrichtung auf dem Programm. Mit schwungvollen Polkas und Märschen entführte das Blasorchester in der ersten Halbzeit nach Böhmen und ins Egerland. Wie ein Ausflug in die Sommerfrische an einem schönen, sonnigen Tag wirkt diese Musik, bringt mit ihrem Schwung und ihrer Fröhlichkeit Sonne und Naturverbundenheit auch in geschlossene Räume. Großartig, wie das Orchester sie mit viel Herz und großem Können interpretierte, deutlich konnte man ihre Begeisterung und Spielfreude spüren. Dynamik, Präzision, Klang – da passte einfach alles. Ob im Wechsel von tiefen und hohen Bläsern, Einschüben der Klarinetten und kraftvollen Akzenten von Schlagzeug – es war eine Freude, ihnen zu lauschen.

Mit sparsamen Gesten beim Dirigieren und kurzweiliger Moderation führte Orchesterleiter Dietz durch den Nachmittag, erzählte Wissenswertes zu den verschiedenen Arrangeuren und Komponisten. Dass hier natürlich jedem, dessen Herz beim „Egerländer Musikantenmarsch“ und „Rauschende Birken“ (Vaclav Kaucky) höher schlägt, gleich der „König der Blasmusik“, wie man Ernst Mosch auch liebevoll bezeichnet, in den Sinn kommt, versteht sich. Beide Stücke gehörten ins Repertoire des bekannten Komponisten und Arrangeurs, der mit seinen „Original Egerländer Musikanten“ diese Stilrichtung der Blasmusik bekanntgemacht hat, wie kaum ein anderer. In Bearbeitung von Mosch beziehungsweise Arrangeur Gerald Weinkopf präsentierte sie das Blasorchester, mischte dazu unter anderem den „Bergmannsgruß“ (Steigerlied) und „Leise Tränen“, die gar nicht so traurig klangen.

Mit ihrer Musik begleitet das große Blasorchester, wie es zur Unterscheidung von seinem Jugendblasorchester auch genannt wird, die verschiedensten Veranstaltungen der Marktgemeinde. Von daher gehört in sein Repertoire neben traditioneller bayerisch-fränkischer Blasmusik genauso Sinfonisch-Modernes, mit dem sie den zweiten Teil ihres Programms bestritten. Ob Herb Alperts unschlagbare swingende Melodien wie „A Taste of Honey“ zusammengefasst in einem Best-Of-Medley, ob mitreißender italienischer Schlager (Medley mit „Sarà perchè ti amo“, „Azurro“ und „Gloria“) oder als großes Finale „The
Lion King“ – das Blasorchester bewies, in bester Manier, wie vielseitig es ist. Dass es Spaß macht, hier zu spielen, zeigte der Nachwuchs unter Leitung von Marlene Roth. Über das
Niveau eines „Anfängerorchesters“ ist das Jugendblasorchester längst hinaus – deutlich zu hören unter anderem bei dem temporeichen bekannten „Root Beer Rag“ und den Hits der
80er Jahre, mit denen es begeisterte.

 

 

Für die Anfänger gebe es seit September das neu gegründete Nachwuchsorchester, informierte Roth, das alsEinstieg für Anfänger ins Ensemblemusizieren gedacht ist.

Das Herbstkonzert des Blasorchesters Feucht – ein bunter, eindrucksvoller Nachmittag mit Perlen der traditionellen und modernen Blasmusik und zwei großartigen Ensembles, auf
die Feucht stolz sein kann. Dass auch das Publikum dieser Meinung war, zeigte der große Applaus, der erst nach einigen Zugaben abebbte.

DOROTHÉE K RÄTZER 

Fotos: privat/BMF





 

 

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